Programmatic DOOH: Wie Marken ihre Außenwerbung in Echtzeit steuern
Programmatische Buchung von DOOH-Flächen revolutioniert die Außenwerbung. Was das Modell von klassischer Mediabuchung unterscheidet, welche Möglichkeiten es eröffnet und was Werbetreibende beachten müssen.
Wer bisher Außenwerbeflächen buchen wollte, rief einen Mediavermarkter an, bekam einen Belegungskalender und unterschrieb einen Vertrag für vier Wochen Mindestlaufzeit. Programmatic DOOH dreht dieses Modell um: Flächen werden in Echtzeit, datengesteuert und flexibel gebucht – ähnlich wie Display-Werbung im Internet.
Das Grundprinzip hinter Programmatic DOOH
Programmatic DOOH (pDOOH) verbindet digitale Außenwerbeträger mit Demand-Side-Platforms (DSPs), über die Werbetreibende Impressionen einkaufen. Wenn eine Person an einem Screen vorbeiläuft – erkannt über anonymisierte Mobilfunkdaten, WLAN-Signale oder Kameraanalysen –, findet in Millisekunden eine Auktion statt. Das höchste Gebot mit dem passenden Targeting gewinnt die Ausspielung. Die Transaktion läuft vollautomatisch.
Was Programmatic DOOH von klassischer Buchung unterscheidet
- Flexibilität: Kampagnen können täglich, stündlich oder sogar wetter- oder ereignisbasiert an- und ausgeschaltet werden
- Targeting: Über anonymisierte Audience-Daten lassen sich Zielgruppen nach Interessen, Verhalten und Demografie ansprechen – auch in der Außenwerbung
- Keine Mindestlaufzeiten: Testbudgets ab wenigen hundert Euro sind möglich – ohne wochenlange Vorlaufzeiten
- Messbarkeit: Impression-Daten in Echtzeit, Frequenzanalysen und in Kombination mit Mobile-Daten sogar erste Attribution-Ansätze
Wann klassische DOOH-Buchung trotzdem besser ist
Programmatic ist nicht universell überlegen. Für Kampagnen mit klaren Laufzeiten, spezifischen Standortpräferenzen und hohem Buchungsvolumen ist klassische Direktbuchung oft preiswerter und planbarer. Programmatic DOOH bietet Flexibilität – bezahlt wird diese Flexibilität mit einem Aufpreis gegenüber Direktbuchungen. Die Entscheidung hängt vom Kampagnenziel ab: Reichweite und Standortpräzision sprechen für Direktbuchung, Zielgruppenpräzision und Echtzeit-Steuerung für Programmatic.
Der aktuelle Stand in Deutschland
Der deutsche pDOOH-Markt wächst, ist aber noch nicht so reif wie in Großbritannien oder den USA. Die größten deutschen Vermarkter – Ströer, Wall, Awin – haben programmatische Buchungskanäle geöffnet, aber die Screen-Abdeckung im Long Tail (kleinere Netzwerke, Instore-Medien) ist noch begrenzt. Für Werbetreibende bedeutet das: Wer heute in pDOOH einsteigt, bewegt sich in einem Markt mit echter First-Mover-Opportunity.
Programmatic DOOH bringt die Präzision des digitalen Marketings in den physischen Raum. Für Marken, die beide Welten verbinden wollen, ist es der strategische Schlüssel.
Medyon beobachtet die Entwicklung des pDOOH-Markts aktiv und bereitet sein Netzwerk auf programmatische Buchbarkeit vor. Erste Partner-Integrationen werden im Laufe des Jahres verfügbar – sprechen Sie uns an, wenn Sie früh dabei sein wollen.
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